Ich hab ja schon lange nichts mehr geschrieben. Nun dachte ich mir dass es mal wieder Zeit wird und suchte bei der Gelegenheit nach einem Weblog Editor für Mac.
Zuerst aber besorgte ich mir einen Feed Reader und da ja nun mein Lieblingsprogramm NetNewsWire kostenlos geworden ist, kam ich über dessen “Post to Weblog” Funktion auf MarsEdit und Ecto. MarsEdit hatte ich früher auf meinem MacBook schon ausprobiert, aber konnte mich nicht daran gewöhnen eine Software zum bloggen zu benutzen.
Bisher habe ich alle Beiträge in der einfachen Textbox des Wordpress Adminbereichs verfasst. Zum einen weil ich dort meine Tags zur Auswahl habe und zum anderen weil es einfach nahe liegt Webinhalte im Web zu erstellen.
Als erstes besuchte ich die MarsEdit Homepage. Da ich es schon kannte schaute ich zuerst auf den Preis und dann auf das Interface. Der Preis ist mit rund 30 Dollar nicht wenig, wenn man sich mal vor Augen hält das man kein “professioneller Vollzeit Blogger” ist. Das Interface war ganz nett. Leider gibt es kaum Screenshots was einen mehr oder weniger dazu zwingt es einfach zu installieren.
Vom Preis ein wenig abgeschreckt begab ich mich auf die Seite von Ecto. Diese gab sich weniger minimalistisch und sparte nicht an Screenshots.
Blogging Interface
Das Erste was mir auffiel war, dass MarsEdit und Ecto sich im Interface kaum unterscheiden.
Ecto
Als erstes probierte ich Ecto Beta 3 aus, weil das Programm nur knapp 18 Dollar kostet (sagen wir 15 Euro) und die Beta für Leopard optimiert/kompatibel ist.
Da ich häufig Bilder verwende fragte ich mich ob ich denn auch Bilder hochladen kann. Gibt nämlich nichts blöderes als wenn man nach Veröffentlichung via dem Desktop Programm nochmals in das Webinterface muss um einen Bild hochzuladen…
In der Tat kann man in Ecto locker ein Bild hochladen und es gibt auch reichlich Optionen (Speichern als, CSS Klasse, Ordner, Dimension, Format, etc.). Das ist schonmal ein riesiges Plus.
Die normalen Text-Optionen wie Fett, Kursiv, Zentriert, etc. funktionieren selbstverständlich einwandfrei. Nur gibt es die üblichen Probleme wie im jeden HTML RichEdit Editor: Das Rückgängig machen ist ziemlich dumm gelöst.
Wenn man einen Text fett macht, wird ein <strong> verwendet. Wenn man den selben Text erneut auswählt und wieder auf Fett klickt wird, anstatt das <strong> einfach zu enfternen, ein <span style=”font-style:normal”> innerhalb des <strong> eingefügt.
Das produziert auf Dauer natürlich eine Menge hässlichen HTML Code, weshalb man öfters wohl mal den Quelltext prüfen sollte.
Damit kann man leben, wenn man es weiss. Jedoch nicht mit den Problemen bei dem setzen von <blockquote>, was in meinem Test dazu geführt hat dass der gesamte Text des Beitrags damit umschlossen wurde und ich dies auch nicht rückgängig machen konnte.
Schreiben wir das mal der Beta Version gut und stören uns nicht weiter daran.
MarsEdit
Ein wenig frustriert machte ich mich an MarsEdit. Ich verprach mir was besseres davon, denn das Programm ist schliesslich eine ganze Ecke teurer.
Ich klickte sofort auf “New Post” um zu sehen in wie fern das Editing besser ist.
Also im Vergleich zu Ecto war MarsEdit total spartanisch. Keine Buttons für Fett, Kursiv, Unterstrichen oder sonstwas. Lediglich Media war nett, denn man konnte hier einfach Bilder vom Desktop oder sonstwo in das Fenster per Drag und Drop einfügen. Ich persönlich mag aber den Dateibrowser, so wie es bei Ecto auch der Fall ist.
Für die absolut wichtigen HTML Tags gibt es leider nur eine Dropdown Liste.
Dies kann auf Dauer sehr nervig werden immer die Liste aufzuklappen und nach einem HTML Tag suchen zu müssen. Im übrigen gibt es auch kein RichEdit wie in Ecto. Es ist also fast so als würde man im Adminbereich von Wordpress schreiben (ich nutzte bisher wie gesagt immer pures HTML zum schreiben meiner Beiträge).
Ein wenig angeödet von den fehlenden Buttons spielte ich mit dem Editor herum.
Das zuvor in Ecto angemerkte Problem mit den “hässlichen” Markup existiert hier natürlich nicht. Man muss schliesslich alles selber mache, aber eben genau das will ich mir ja durch ein Programm in der Preisklasse ersparen. Das einzigst Positive im Vergleich zu Ecto ist, dass man hier mit Command-Z das Tag nach dem setzen wieder sofort entfernen kann.
Wenn man das HTML Tag aber editiert, bzw. beginnt es zu löschen (mit Backspace oder so), ist das Programm nicht so intelligent auch das schliessende Tag ebenfalls sofort zu entfernen bis man das editierte Tag wieder mit “>” schliesst. Das hat ganz schnell ein wildes rumeditieren zur Folge. Ergo muss man hier ebenso vorsichtig formatieren wie in Ecto und man weiss auch nicht wie das Ergebnis aussieht wenn man fertig ist, ausser man klickt auf Vorschau.
Die Vorschaufunktion ist nett und bietet sogar eine Templatefunktion. Aber genau dies wäre überflüssig wenn man gleich ein RichEdit Fenster hätte. Ist also nicht wirklich ein Pluspunkt in einem Programm wo das Schreiben die Primärfunktion ist.
Es sind einfach zuviele Extraklicks notwendig um einen einfachen Beitrag zu verfassen.
Ende vom Lied
Ich habe mich für Ecto entschieden. Es ist günstiger und mächtiger als MarsEdit und ist ebenfalls mit NetNewsWire kompatibel. Nachdem ich MarsEdit geschlossen habe und wieder Ecto startete öffnete es mir auch sofort den Testbeitrag an welchem ich zuletzt gearbeitet habe. Das ist intuitiv und ein weiteres Plus.
Ecto - Desktop blogging for Mac
Happy Blogging!


